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Sicherheit sollte in jeder Produktionsstätte das oberste Gebot sein. Die Wege, dieses im Betrieb umzusetzen, sind allerdings vielfältig. Zwei beliebte Player im Spiel der Sicherheitstechnik stellen der altbewährte Schutzzaun sowie der Sicherheitsflächenscanner dar. Sie finden die Antwort auf die Frage, ob einer dem anderen überlegen ist, im folgenden Artikel.

Mechanisch oder optisch

Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen einem Schutzzaun und einem Sicherheitsflächenscanner liegen im ersten Moment auf der Hand. Während es sich bei einem Schutzzaun um eine mechanisch trennende Schutzeinrichtung handelt, ist beim Sicherheitsflächenscanner von einer optischen Schutzeinrichtung die Rede. Der Schutzzaun baut also im Gegensatz zum Sicherheitsflächenscanner eine physische Barriere zwischen dem Menschen und der Gefahr auf, während der Scanner bei unterbrochenen Laserstrahlen Signale sendet.

Starke Performance

Stellt man Schutzzaun und Sicherheitsflächenscanner einander gegenüber, lohnt sich ein Blick auf den jeweiligen Performance Level. Dieses Level beschreibt den Sicherheitsgrad der Safety-Lösung. Um zu wissen, welchen Performance Level diese erreichen sollte, muss zuerst abgeschätzt werden, wie schwer eine potentielle Verletzung durch die Maschine ausfallen und wie häufig ein solcher Unfall auftreten könnte. Beim Verwenden eines Sicherheitsflächenscanners befindet man sich sicherheitstechnisch immer im sogenannten Performance Level D, der zweithöchsten Kategorie. Auch ein Schutzzaun erreicht dieses relativ hohe Sicherheitslevel ohne Probleme. Ist dessen Türe allerdings gut abgesichert, kann dieser sogar die höchste Stufe, den Performance Level E, erreichen. Ist das Erreichen dieses Performance Levels auf Grund einer besonders gefährlichen Anwendung an einer Maschine notwendig, kommt ein Sicherheitsflächenscanner eventuell nicht in Frage.

Der Sicherheitsflächenscanner hat hingegen den Vorteil des automatischen Wiederanlaufs. Sobald eine Person den abgesicherten Gefahrenbereich wieder verlassen hat, schaltet sich die Anlage automatisch ein und produziert weiter. Dies ist bei einem Schutzzaun unüblich. Damit die Maschine wieder läuft, muss hier in der Regel noch ein Zwischenschritt an der Zuhaltung durchgeführt werden.

Immer schön Abstand halten

Da man beim Sicherheitsflächenscanner wie erwähnt nicht mechanisch von der Gefahr getrennt ist, muss mehr Abstand zur Maschine einkalkuliert werden. Das hängt mit der sogenannten Nachlaufzeit zusammen: Vom Signal, das der Sicherheitsflächenscanner sendet, sobald er eine Person im Gefahrenbereich erkennt, bis zum absoluten Stillstand der Maschine, besteht eine kleine zeitliche Verzögerung. Je länger die Reaktionszeit der Maschine, desto größer muss das abgesicherte Feld in deren Umkreis ausfallen.

Da der Schutzzaun Gefahren wie fliegende Bauteile mit seinen Wänden abfängt, können sich Mitarbeitende ohne Bedenken in dessen Nähe aufhalten. Da man mechanisch von der Gefahr getrennt ist, kann man nicht schnell hinlaufen und reingreifen. Stattdessen kann der Gefahrenbereich erst mittels einer abgesicherten Tür betreten werden. Das liegt daran, dass die Türe ins Innere des Schutzzaunes mit einer Zuhaltung abgesichert ist. Die Tür lässt sich also erst öffnen, sobald die Maschine gänzlich zum Stillstand gekommen ist. Dabei spielt auch die Höhe des Schutzzaunes eine entscheidende Rolle. Damit eine Person nicht über den Zaun greifen kann und sich somit in Gefahr begibt, werden Schutzzäune immer höher als die dadurch entstehende Gefahr gebaut.

Mach mal Platz da!

Wenn in einer Produktionsstätte besonders viele Schutzzäune zum Einsatz kommen, ist diese schnell so voll, dass nur noch schmale Gänge zwischen den eingezäunten Bereichen vorbeiführen. Um diese Enge zu verhindern, ist der Einsatz von Sicherheitsflächenscannern sinnvoll. Voraussetzung für diese Lösung ist, dass nicht ständig Arbeitende an der Maschine vorbeigehen müssen. Ansonsten würde diese automatisch ständig anhalten und somit den Produktionsprozess verlangsamen.

Bei Wind und Wetter

Der Laserscanner von Leuze zeichnet sich durch seine Unempfindlichkeit gegenüber Staub aus. Wenn ein Staubkörnchen zufällig einen Laserstrahl unterbricht, wirkt sich dies nicht auf den Betrieb der Maschine aus. Nichtsdestotrotz ist bezüglich der Umgebung keine sicherheitstechnische Lösung so unkompliziert wie der Schutzzaun. Faktoren wie Staub und andere Verschmutzungen haben keinen Einfluss auf dessen Funktion. Schutzzäune kommen auch im Außenbereich häufig zum Einsatz. Hierbei werden meistens verzinkte Zäune verwendet, die jeglichen Witterungen Stand halten. 

Um aber auch den Sicherheitsflächenscanner robuster zu machen, wurden bei SCHMACHTL bereits innovative Lösungen gefunden. Ein eingebauter Ventilator im Gehäuse des Scanners kann beispielsweise dafür sorgen, dass sich durch den ständigen Überdruck erst gar kein Staub auf der Sichtscheibe anlegt.

Safety in Betrieb

Beim Sicherheitsflächenscanner handelt es sich um ein Bauteil, das vor der Inbetriebnahme parametriert werden muss. Das bedeutet, dass gewisse Einstellungen, zum Beispiel bezüglich des Schutzfeldes oder des automatischen Wiederanlaufes, vorgenommen werden. Auch wenn dabei gewiss von keinem komplizierten Prozess die Rede ist, ist das Aufstellen eines Schutzzaunes nach wie vor simpler. Der Sicherheitsflächenscanner hat allerdings den Vorteil, der geringen Entfernung zum Schaltschrank, wodurch die Kabelführung kaum Thema wird. Bei Schutzzäunen hat man hier öfters mit langen Kabelwegen zu tun, da diese von den Türen hin zum Schaltschrank verlegt werden müssen. Auch hier hat Schmachtl die Bedürfnisse der Kunden erkannt und ein System für Kabelführung am Schutzzaun entwickelt, wo der technische Verkauf über die verschiedenen Möglichkeiten berät.

Fazit

Beim direkten Vergleich Laser versus Schutzzaun geht kein eindeutiger Sieger hervor. Beide Sicherheitslösungen sind für unterschiedliche Applikationen besser beziehungsweise weniger gut geeignet. Ein Expertenblick auf den Einzelfall verrät den persönlichen Sieger für Ihre Applikation.

Maschinensicherheit

Ihr Ansprechpartner im Bereich Automation:
„Automatisierte Antworten? Nicht bei uns! Ich antworte Ihnen persönlich.”

Ing. Günther Probst
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