Kontakt

Automatisierte Schweißprozesse haben großes Potential für den Metallbau. Doch zugleich erfordern sie spezifische Sicherheitsvorkehrungen im Betrieb. Wie Sie Ihr Arbeitsumfeld mit einem integrierten Cobot-Schweißer sicher gestalten können, erfahren Sie hier:

Es hat sich bereits herumgesprochen: Die Automatisierung von Schweißprozessen bringt eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Metallindustrie mit sich. Dank Cobot geht Schweißen jetzt so einfach und präzise wie noch nie! Auch die Tatsache, dass sich speziell der Cobot als kooperativer Roboter im Vergleich zum herkömmlichen Industrieroboter in der Schweißanwendung sehr bewährt macht, ist erprobt.

Denn wenn man den Roboter-Schweißer per “Cobot Welding Package” mit einer Schweißquelle kombiniert, lassen sich viele neue Ressourcen freilegen. Doch während der Cobot Fachkräfte im Team entlastet und Schweißprozesse nicht nur beschleunigt, sondern auch optimiert, kann er auch zur potentiellen Gefahrenquelle für den Menschen werden. 

Gerade durch seine flexiblen Anwendungsmöglichkeiten könnte im Schweißprozess auch Gefahrenpotential entstehen.

Sicheres Arbeitsumfeld in der Praxis

 

2021_ematric_Schweisszelle_WEST-231-min (2)-jpg-1

“Wir legen großen Wert auf Sicherheit am Arbeitsplatz. Daher ist unsere Cobot-Schweißanlage vollständig eingehaust und mit zwei Schiebetüren ausgestattet, die sich gegenseitig verriegeln”, berichtet der Integrator eines deutschen Familienbetriebs für Metallverarbeitung. 

Die Einhausung der Schweißzelle ist eine beliebte Option in der Praxis automatisierter Schweißlösungen. So kann man in der Integration sichergehen, dass die gesamte Anlage zum Stillstand kommt, sobald die Schweißzelle geöffnet wird. 

Doch neben dem Risiko der Kollision spielt auch der Schweißrauch eine Rolle in puncto Sicherheit. Denn bei der Schweißanwendung entstehen mitunter gesundheitsschädigende Dämpfe. In diesem Sinne inkludieren die meisten fertigen Schweißlösungen einen automatischen Rauchabzug. Somit sind Fachkräfte rund um den Schweißprozess vor gesundheitsschädlichen Dämpfen geschützt.

Weitere Gefahrenquellen, die auch bei der Anwendung mit dem Cobot-Schweißer nicht außer Acht gelassen werden sollten, betreffen den Lichtbogen sowie Schweißspritzer.

Der Lichtbogen erzeugt schädliche UV-Strahlung, die einen Sichtschutz für den Menschen unerlässlich macht. Im Falle einer Einhausung der Schweißanlage lässt sich dieser Prozess durch farbige Scheiben oder einen Vorhang erzielen. Die Scheiben der Schweißzelle verhindern dann nicht nur eine Kollision, sondern schützen den Menschen auch vor glühenden Metall-Spritzern, die im Zuge des Schweißprozesses entstehen können.

Das sind zunächst dieselben Gefahrenquellen, die auch beim Handschweißen gegeben sind

2021_ematric_Schweisszelle_WEST-9114-min-jpg-1

Denn auch ohne Cobot sollte man sich beim Schweißen immer vor UV-Strahlung, Rauchentwicklung und hohen Temperaturen schützen.

Die betriebliche Integration muss im Fall einer Cobot-Anlage zusätzlich sicherstellen, dass die gesamte Anlage sicher abschaltet, sobald es zu einer Kollision kommen könnte.

Hausverstand heißt das Zauberwort

Doch wie immer im Leben sollte man auch beim Schweißen mit Cobot zunächst den Hausverstand einschalten. Insofern ist die passende Schutzkleidung, genau wie beim Handschweißen, auch beim Einsatz eines Cobots ratsam. Eine robuste Schweißkleidung sowie Handschuhe und Helm sind vor allem beim Handling der Bauteile eine unerlässliche Sicherheitsvorkehrung. Aufgrund von Verbrennungsgefahren ist auch auf das Material der Kleidung zu achten. Denn die Schweißkleidung sollte auf keinen Fall aus Kunstfasern bestehen. Doch im Fall einer Cobot-Anlage ohne Einhausung, ist auch eine Schweißerhaube bzw. ein Schweißhelm, sowie ein Sicht- und Gehörschutz für umstehende Menschen gefragt.

Trotz der vielen Sicherheitsvorkehrungen lohnt sich die Investition in eine automatisierte Schweißanlage auf jeden Fall. Schließlich birgt das Schweißen per Hand großteils dieselben Gefahrenquellen und ist zudem körperlich anstrengend und extrem ermüdend. Dies kann auch ein Integrator aus der Edelstahlverarbeitung bestätigen: “Dank der Cobot-Schweißanlage konnten wir im Betrieb die Produktivität steigern und Kundenansprüchen noch besser gerecht werden.”

Das betroffene Unternehmen hatte im Vorfeld nach der geeigneten Lösung gesucht, um den Schweißprozess für Edelstahl-Rohrrahmen zu automatisieren. Schließlich überzeugte der Cobot-Schweißer aufgrund seiner einfachen Handhabung und der Möglichkeit des intuitiven Programmierens.

Maßgeschneiderte Lösungen bei maximalem Sicherheitsniveau

Die Herausforderung für den Schweißer-Cobot war allein durch die Größe der Bauteile gegeben, die bis zu 2 Meter lang sind. Doch auch hierzu gab es eine Lösung: Und zwar indem man dazu überging, die Werkteile auf einer Linear-Achse zu montieren. Jetzt macht es eine zusätzliche Wende-Achse möglich, die Bauteile in jede beliebige Position zu bringen.

Entsprechend war auch eine Anpassung der Einhausung an den relativ großen Schweißbereich notwendig. Andere Integratoren erachten die eingehauste Schweißzelle bei der Cobot-Lösung als nicht zwingend notwendig. Denn eine automatisierte Schweißanlage ohne Einhausung bietet mehr Flexibilität und Freiraum für das Programmieren und das Handling am Schweißtisch.

Andererseits bringt eine Einhausung der Schweißzelle den Vorteil, dass der Schweißrauch direkt abgesaugt wird und außerdem ein Schutz vor der UV-Strahlung des Lichtbogens gewährleistet ist. Durch den zusätzlichen Schutz der Einhausung kann das System in der Regel schneller fahren, da Kollisionen während des Prozesses ausgeschlossen werden können. 

Doch diese Vor- und Nachteile sollten niemals auf Kosten der Sicherheit im Betrieb erwogen werden. Denn erforderliche Sicherheitsvorkehrungen sollten immer alle Gefahrenquellen berücksichtigen. Das ist sowohl in der Variante mit Einhausung als auch ohne Einhausung möglich und machbar!

Webinar-

Ihr Ansprechpartner im Bereich Automation:
„Automatisierte Antworten? Nicht bei uns! Ich antworte Ihnen persönlich.”

Ing. Günther Probst
Telefon: +43 732 7646-0
E-Mail: g.probst@schmachtl.at