Durch die Angst vor dem Klima­wandel sehen viele das Elektro­auto als Retter der modernen Mo­bilität. Das macht sich auch anhand der Verkaufs­zahlen bemerkbar: Die Beliebt­heit von E-Autos in Öster­reich wächst laufend. Zum Vergleich: Die Anzahl der Neu­zulassungen stieg von 2015 bis 2019 von 5.032 auf 24.616 an. Doch diese Ent­wicklung bringt auch Heraus­forderungen mit sich, vor allem im Bereich der Energie­technik. Die neuen Fahr­zeuge müssen schließ­lich elektrisch versorgt werden. Das heimische Elektrizitäts­netz ist dieser Aufgabe vermutlich noch nicht gewachsen. Was sich jetzt ändern muss und wie Ver­braucher sogar selbst vor­sorgen können, erfahren Sie hier.

Problem 1: Unzuverlässige Lademöglichkeiten

Sie haben sich ein Elektroauto angeschafft, schön und gut – aber wo laden? Eines der größten Probleme ist, dass die notwendige Energie an bestimmten Standorten schlichtweg nicht verfügbar ist. Man kann sich natürlich eine Ladevorrichtung für das Heimnetz anschaffen, die hat jedoch den Nachteil, dass das Aufladen mehrere Stunden dauert. Und die Installation einer Schnellladestation im Eigenheim ist technisch einfach nicht möglich. Doch was tun, wenn man dringend weg muss, das Auto aber nicht ausreichend geladen ist? Es gibt zahlreiche Situationen, in denen man unbedingt sein Auto braucht – beispielsweise in einem medizinischen Notfall. Das Auto zunächst über Nacht laden zu müssen, stellt hier keine akzeptable Alternative dar. 

Problem 2: Fehlende Infrastruktur 

Wenn die Anzahl an Elektroautos in Städten weiter zunimmt, muss das Versorgungsnetz mit einer weit höheren Auslastung zurechtkommen. Angenommen, jeder Haushalt schafft sich ein E-Auto an, führt das zu einer Steigerung des Energiebedarfs von derzeit ca. 7 kWh pro Tag auf den zu ladenden Energieinhalt der Batterie des Elektro- Vehikels –  insgesamt sind das zwischen 20 und 80 kWh. Das Ziel ist es, zumindest 20 kWh Energie in das Auto zu bringen, denn das entspricht einer Reichweite von ca. 100 Kilometern. Diese 20 kWh sollten auch möglichst kurzfristig in das Auto gelangen, im besten Fall auch innerhalb einer Stunde. Die Energie muss hierfür erstmal von der Peripherie in die Stadt gelangen. Die Folgen:  

  • Die weiten Transportwege überfordern das Stromnetz hoffnungslos

  • Flaschenhälse entstehen: Strom ist in großen Mengen nicht speicherbar

  • Die Netzstruktur muss sich anpassen: Dafür sind immense Investitionen nötig, die vom Netzbetreiber nicht übernommen werden

Und auch wenn der Ausbau an Schnellladestationen in Zukunft schneller voranschreitet, führt das zu massiven Risiken, sollte der Netzausbau nicht stattfinden. Ab hier gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder der Betreiber begrenzt die Ladeleistung der Säulen (zu Lasten der Kunden) oder es kommt zu einem Blackout. Damit ist ein großflächiger Strom- und Infrastrukturausfall gemeint, der unser tägliches Leben ins völlige Chaos stürzen würde. 

Problem 3: Ineffiziente Energienutzung

Man könnte die Infrastruktur ausbauen, indem mehr Speicheranlagen zur Verfügung gestellt werden. Doch darüber sind die meisten Verbraucher nicht ausreichend informiert. Viele beziehen ihren Strom mittlerweile aus Photovoltaik-Anlagen, kurz PV, doch meist wird diese Energie verschwendet. Denn Energie, die durch die Sonnenstrahlen gewonnen wird, kann nur während dieser Zeit verbraucht werden. Der Überschuss fließt zu ungünstigen Konditionen ins öffentliche Netz, für ca. 4-7 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Der Preis für eine kWh aus dem Stromnetz liegt zwischen 16 und 20 Cent. 

Ein Weg in die Autarkie: Die Kombination aus PV- und USV-Anlage

Anders sieht es hingegen aus, wenn man sich für einen zusätzlichen Stromspeicher entscheidet. Mithilfe einer unterbrechungsfreien Stromversorgungsanlage, kurz USV, kann eine reibungslose Energieversorgung aus dem öffentlichen Netz garantiert werden. Aber nicht nur das: Durch die Anlage ist es möglich, Energie zu speichern. Für PV-Anlagenbesitzer heißt das: Der überschüssige Strom aus der Sonnenenergie wird nicht ins Netz eingespeist, sondern direkt im hauseigenen Speichersystem gesichert. So kann man die selbst produzierte Energie auch dann verwenden, wenn man abends nach Hause kommt – und zum Beispiel sein Elektroauto laden möchte. Weitere Informationen zu diesem System und dessen Nutzen für Verbraucherinnen und Industrie finden Sie in unseren Blogartikeln zu USV-Anlagen und PV-Speichermöglichkeiten:

Ein Umdenken ist nötig 

Die Umstellung auf erneuerbare Energien wird ungemütlich, aber nicht unmöglich. Es wird eine vergessene Form der Abhängigkeit wiederkehren: Die von den Launen der Natur. Dazu kommt, dass die globale Vernetzung der Übertragungsnetze ein wesentlicher Punkt sein wird, um die Versorgung im Gleichgewicht zu halten. Das größte Problem ist nach wie vor nicht die Herstellung, sondern die Speicherung und der Transport der Energie. Energiewende bedeutet Weiterdenken! Anstelle auf Entscheidungen aus der Politik oder von Netzbetreibern zu hoffen, lohnt es sich als Verbrauchender schon jetzt eigenverantwortlich zu handeln. 

Ihr Ansprechpartner im Bereich Energietechnik:

„Meine langjährige Erfahrung ist Ihr Vorteil.”

Ing. Herbert Ruppitsch
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